Schleifen und Wachsen

Die Skiausrüstung pistenfit machen

In diesem Winter stehen die Chancen auf Skiurlaub gut - anders als in der vergangenen Saison. Manch einer holt jetzt nach längerer Pause die Ausrüstung aus dem Keller - so macht man sie fit für die Piste.

Von Gespräch: Christina Bachmann, dpa 26.11.2021, 12:16
Für die Sicherheit und den Fahrspaß: Die Skier sollten vor der anstehenden Saison auf Vordermann gebracht werden.
Für die Sicherheit und den Fahrspaß: Die Skier sollten vor der anstehenden Saison auf Vordermann gebracht werden. Tobias Hase/dpa-tmn

München - Was im Grunde vor jeder Saison gilt, ergibt in diesem Jahr wegen der Corona-Pause noch einmal mehr Sinn: Bevor die Skier angeschnallt werden, gehören sie gründlich gecheckt.

Andreas König, Sicherheitsexperte beim Deutschen Skiverband (DSV), kennt die heiklen Punkte: „Müssen vielleicht die Kanten geschliffen oder der Belag gewachst werden? Manche Leute machen das schon über den Sommer, um den Ski zu konservieren. Aber viele vergessen das.“ Empfehlenswert sei hier der Weg zum Fachhändler.

Skikanten sind besonders anfällig für Rost. Gerade jetzt, wo die Skier länger gelagert worden seien, sei hundertprozentig Flugrost darauf, sagt König. Der Belag brauche zudem Feuchtigkeit.

Beides dient sowohl der Sicherheit als auch dem Fahrspaß. „Ein gewachster Ski ist schneller und lässt sich viel leichter drehen als ein ungewachster. Und mit schärferen Kanten habe ich einen besseren Grip auf der Piste.“

Auch tadellose Skier sollten begutachtet werden

Ebenso müssen die Bindungseinstellungen geprüft werden. „Da ist eine Feder vorne drin, die kann verdrecken oder ermüden“, sagt König.

Selbst wenn die Skier sauber und unbenutzt im Keller gelegen haben, sollte der Einstellwert nach der Corona-Pause neu geprüft werden. „Der resultiert aus verschiedenen Daten wie Körpergröße, Körpergewicht, Alter und Können“, erklärt der Sicherheitsexperte. Bei manchen Punkten kann sich etwas getan haben.

Bei Kindern ist die Veränderung ohnehin offenkundig. Die betrifft auch den Skischuh. Nach der Zwangspause ist der Fuß sicher gewachsen. Dadurch hat mancher neue Schuhe zu Hause, die er nicht mehr nutzen kann. Für Verkauf und Neukauf kann der Besuch eines Skibasars lohnen.

„Dafür muss man sich wirklich gut auskennen“, sagt Andreas König. „Ansonsten sollte man lieber zum Fachhandel gehen und etwas mehr Geld ausgeben, um Material zu haben, das wirklich passt.“

Kleinigkeiten können Ärger machen

Auch das übrige Zubehör gehört auf den Prüfstand. Der Helm sollte ohnehin alle fünf Jahre ausgetauscht werden. Auch Kleinigkeiten sind wichtig: Hat die Skibrille Kratzer? Sind beide Handschuhe noch da? Funktioniert der Reißverschluss an der Skijacke noch?

„Bei vielen kommt das Erwachen erst ein, zwei Tage vorher und dann ist es meist zu spät“, sagt der Experte. Momentan sei die Auswahl im Handel noch groß. Auch Schnäppchen seien noch zu kriegen.

Leihware muss zum Wintersportler passen

Besonders Gelegenheitsfahrer setzen bei der Skiausrüstung gerne auf Leihware. Sie sollten darauf achten, dass der Verleiher die richtigen Fragen stellt: „Wie gut fährst du Ski? Wie lange fährst du Ski?“, zählt Andreas König auf. Für die Einstellungen sind Alter, Körpergröße und Gewicht wichtig. Wer mit dem eigenen Skischuh kommt, muss aufpassen, dass Sohle und Bindung zueinander passen.

Nicht nur das Material muss in Schuss sein

„Was für das Material gilt, gilt genauso für den Menschen“, sagt König. Manch einer ist nach der Lockdown-Pause vielleicht nicht mehr so fit, wie er glaubt. Eine Vorbereitung auf den Skiurlaub ist sinnvoll.

„Vereine bieten Skigymnastik an, man kann ins Fitnessstudio gehen oder sich die eine oder andere App runterladen“, sagt der Fachmann. Und: Insbesondere für Kinder könne es lohnen, sich zum Einstieg noch einmal stundenweise einen Skilehrer zu nehmen.