Erster Advent an diesem Sonntag

Adventszeit: Ursprung und Bedeutung der Vorweihnachtszeit

An diesem Sonntag ist der erste Advent. Damit beginnt die Vorweihnachtszeit. Doch was bedeutet der Advent überhaupt? Und woher kommt der Brauch?

25.11.2021, 11:03
An den vier letzten Sonntag vor Weihnachten wird jeweils eine Kerze entzündet.
An den vier letzten Sonntag vor Weihnachten wird jeweils eine Kerze entzündet. (Foto: dpa)

Halle (Saale)/DUR/acs - Mit dem ersten Advent an diesem Sonntag beginnt die Advents- und damit auch die Vorweihnachtszeit. An den letzten vier Sonntagen vor Heiligabend wird dabei jeweils eine Kerze angezündet. Wenn alle vier Kerzen brennen, steht Weihnachten vor der Tür.

Die Adventszeit und ihre Geschichte

Die Adventszeit wird von Advents- und Weihnachtsmärkten, Adventskalendern und Adventskränzen begleitet. Doch der Brauch ist auch durch viel Geschichte geprägt.

Nachweisbar ist die Adventszeit seit dem Ende des 4. Jahrhunderts, wie das Erzbistum Köln berichtet. Dort wurde sie bereits in Gallien und Spanien zelebriert. Schon damals war die Adventszeit eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten, jedoch wurde sie mit Fasten und Gebeten gefeiert. Damit wurde sich geistlich auf den Geburts-Tag Jesu vorbreitet, der noch heute an Weihnachten gefeiert wird.

Auch die wörtliche Übersetzung des Wortes „Advent“ deutet darauf hin, auf welches Ereignis der Brauch gerichtet ist. Denn „Advent“ heißt übersetzt so viel wie „Ankunft“. Die Adventszeit verweist auf die Ankunft Jesu.

Adventszeit: Früher mit Fasten und Gebeten gefeiert

Das Fasten in der Adventszeit wird vom katholischen Kirchenrecht bereits seit 1917 nicht mehr gefordert. Daher rückte das Gebet mehr und mehr in den Mittelpunkt. Dabei steht jeder Adventssonntag unter einem anderen Thema.

Während es am 1. Adventssonntag vor allem um die Wiederkunft Jesu geht und die Lesungen von der Apokalypse und dem Jüngsten Gericht berichten, dreht es sich am 2. Adventssonntag vor allem um Johannes den Täufer.

Der 3. Adventssonntag heißt „Gaudete“-Sonntag. „Gaudete“ heißt übersetzt „Freut euch“. Erneut spielt an diesem Sonntag Johannes der Täufer eine zentrale Rolle. Dahingegen ist der 4. Adventssonntag der Gottesmutter Maria gewidmet.

Woher kommt der Brauch des Adventskalenders?

Der Brauch des Adventskalenders entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts. Einen richtigen Erfinder gibt es dabei jedoch nicht – vielmehr kamen um 1840 in den Familien unterschiedliche Formen auf, die Wartezeit auf Weihnachten zu gestalten.

Die ersten einfachen Adventskalender waren beispielsweise 24 Kreidestriche an der Wand. Täglich konnten die Kinder einen Strich wegwischen, bis Weihnachten vor der Tür stand. Vater des Adventskalenders mit Türchen ist jedoch der Verleger Gerhard Lang aus München. 1902 druckte er die ersten Exemplare.

Adventskranz - Ursprung und Bedeutung

Den Adventskranz hat der evangelische Theologe, Johann Hinrich Wichern, 1839 erfunden. Er hatte die Idee, die Tage bis Weihnachten mit brennenden Kerzen abzuzählen. Sein Adventskranz war ursprünglich ein Wagenrad, auf dem insgesamt 24 Kerzen standen: Vier große weiße Kerzen für die Sonntage und 20 kleine rote Kerzen für die Wochentage.

Jeden Tag wurde eine Kerze entzündet, bis an Heiligabend schließlich alle Kerzen brannten. Das Licht sollte ein Symbol für Jesus Christus sein, der als das wahre Licht der Welt an Weihnachten geboren wird. Mit der Zeit hat sich der heute übliche Adventskranz mit vier Kerzen entwickelt.

Ab 1860 wurden Tannenzweige als Schmuck für den Adventskranz verwendet. Dabei sind Tannenzweige ein Symbol für das Leben: Die Tanne grünt auch im Winter und verweist auf die Hoffnung, dass die Natur im Frühling wieder zu neuem Leben erwachen wird.

Neben Grün wird die Adventszeit auch von der Farbe Rot geprägt. Vor allem die vier Adventskerzen sind häufig rot. Dabei symbolisiert die rote Farbe das Blut Jesu Christi, dass er am Kreuz vergießen wird.